Freitag, 12. Oktober 2018

Lebensqualität auf dem Dorf

Museumsdorf und Ostfalia entwickeln mit „Dorftag“ ein neues gemeinsames Lehr- und Lernformat

„Das Thema ist sehr spannend. Nach meiner Auffassung wird im Lehrbereich ‚Soziale Arbeit‘ bislang stark vom städtischen Milieu ausgegangen. Daraus schließt man dann auf den ländlichen Bereich, obwohl hier andere Voraussetzungen gegeben sind.“ Mitja Wirzbick ist Student der sozialen Arbeit an der Ostfalia Hochschule in Suderburg. An diesem Herbst-Sonnabend ist er einen Tag lang im Museumsdorf Hösseringen zu Gast – allerdings ebenfalls in Sachen Studium. Denn die Ostfalia und das Museumsdorf haben in Zusammenarbeit mit Dr. Matthias Heyder von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und Dr. Klaus Hollenberg von der Landwirtschaftlichen Rentenbank zum ersten „Dorftag“ ins Museumsdorf eingeladen. Diskutiert wurden „Die Zukunft der sozialen Frage im ländlichen Raum“. „Es geht uns um die Frage, wie das Dorf als Lebensraum erhalten und zukunftsfähig gestaltet werden kann“, erläutert Prof. Dr. Dirk Plickat von der Fakultät Handel und Soziale Arbeit an der Ostfalia, der diese Veranstaltung ins Leben gerufen hat. Neben Vorträgen wurde über Herausforderungen in der sozialen Entwicklung des ländlichen Raumes und die Entwicklung von Strategien zur Förderung des sozialen Gestaltens und der Teilhabe diskutiert. Besonders am Herzen liegt dem Hochschullehrer, dass die Studierenden als spätere Fachkräfte frühzeitig in die Fachdiskussionen mit Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und regionaler Entwicklung eingebunden werden.
Für Rieke Bulla, Studentin im 5. Semester, bot die Veranstaltung „viele Ansätze zum Weiterdenken“. Reizvoll findet sie die Vielfalt der Aspekte, die den Studierenden mit auf den Weg gegeben wurden. „Es geht um die Lebensqualität auf dem Dorf. Wie kann diese verbessert werden und wie können wir in der Sozialen Arbeit ansetzen“, fasst sie zusammen. Erkenntnisse des „Dorftages“ werden die Studierenden in einer Hausarbeit aufarbeiten.

Allein bei der Theorie sollte es aber nicht bleiben an diesem Tag: Nach einer Informationsphase wurden in einem Planspiel realistische Strategien zur Förderung von Gemeinschaft entwickelt – ein Thema, dass hochaktuell auch in Politik und Gesellschaft diskutiert wird. So nahmen an der Veranstaltung auch der Landrat des Kreises Uelzen, Dr. Heiko Blume, Suderburgs Bürgermeister Hans-Hermann Hoff sowie Prof. Dr. Waldeer und Prof. Dr. Eger von der Ostfalia teil.
Für das Museumsdorf ist die Kooperation mit der Ostfalia eine wichtige Bereicherung. „Mit Veranstaltungen wie diesen nimmt das Museumsdorf am aktuellen Diskurs teil“, fasst es Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm zusammen. „Wir sind als Bildungseinrichtung Teil des gesellschaftlichen Lebens und es ist gut, mit vielen Akteuren im Gespräch zu sein.“


Bereits während der Veranstaltung wurden Fortsetzungen dieses neuen gemeinsamen Lehr- und Lernformates gewünscht und beschlossen. Der 2. Suderburger Dorftag ist für den 28. September 2019 geplant. Dann soll „Vertrauen als Grundlage ländlicher Entwicklung“ das Thema sein.