Donnerstag, 27. September 2018

Erntedank- und Kartoffelfest

Am Sonntag, dem 30. September findet von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr das traditionelle Erntedank- und Kartoffelfest im Museumsdorf Hösseringen statt. Es wird gemeinschaftlich vom Museumsdorf und der Kreislandjugend Uelzen organisiert. Der musikalisch begleitete Erntedankgottesdienst beginnt um 14 Uhr und findet im Brümmerhof statt.
Vor und nach dem Gottesdienst sind an verschiedenen Stellen im Museum alte landwirtschaftliche Arbeitstechniken zu sehen. So treibt die Dampflokomobile von 1913 eine
Dreschmaschine an, mit Göpelantrieb wird Stroh zum Verfüttern gehäckselt, die Schrotmühle wird betrieben und in der Schmiede raucht der Schornstein. Eine Weberin demonstriert, wie am Spinnrad Garn gesponnen wird und wie das Weben funktioniert. Die Vorführung von Volkstänzen zeigt, dass nach der Arbeit auch noch Zeit für geselliges Leben war.
Kinder können Kartoffeln sammeln, an der Sortiermaschine helfen und bei weiteren Bastel- und Mitmachaktionen Spaß haben. Am Lagerfeuer
werden Kartoffeln geröstet und auch der Kartoffeldämpfer ist in Betrieb: Die frischen heißen Kartoffeln können gleich an Ort und Stelle verkostet werden. Produkte aus der Region, Gegrilltes sowie Kaffee und Kuchen laden zu Verweilen und Genießen ein.

Mittwoch, 19. September 2018

Von Besenheide, Bienen und Birkhühnern

Eine Themenführung zur Geschichte und Nutzung der Heidelandschaft wird am Freitag, dem 21. September von 15 bis 17 Uhr im Museumsdorf Hösseringen angeboten. Was macht diese Landschaft, in der wir hier leben, eigentlich so besonders? 
Museumsführerin Verena Görke wird dieser Frage auf den Grund gehen und dabei anschaulich die verschiedenen Stationen der historischen Entwicklung der Landschaft beleuchten; angefangen von der Prägung der Landschaft durch die Eiszeiten, weiter zur Entwicklung der Landschaft unter dem Einfluss des Menschen und
schließlich die für die Region ehemals typische Heidebauernwirtschaft. Was hat die Besenheide mit dem Honiganbau und den Heidschnucken zu tun und warum ist dieses Ökosystem mit den darin vorkommenden Arten heute in seiner Existenz gefährdet? Die Besucherinnen und Besucher der Führung werden darauf Antwort finden und zudem Möglichkeiten der Pflege und des Erhalts von Heidelandschaften kennenlernen. Ergänzt werden die Inhalte durch die Vorstellung einiger für Heide-Gesellschaften typischer Tier- und Pflanzenarten, wie beispielsweise den seltenen Birkhühnern und anderen mehr.

Donnerstag, 6. September 2018

Einmal richtig Kohle machen...

... beim Köhlertag im Museumsdorf Hösseringen

Am Sonntag, dem 9. September findet von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr unser Köhlertag statt. An diesem Tag wird der zur Herstellung von Holzkohle aufgesetzte und seit Tagen betriebene Meiler geöffnet und die Holzkohle entnommen. Besucher können dabei zusehen und sich über das alte Handwerk der Köhlerei informieren. Kinder können mit Holzkohle oder auch mit Stiften malen.

Der Köhlertag ist der Abschluss der Aktion „Köhlerei im Museumsdorf“, die mit dem Aufsetzen des Meilers eine Woche zuvor begonnen hat. Ein Kohlemeiler steht je nach Witterung und Größe von einer bis zu sechs Wochen lang in Glut. In dieser Zeit heißt es Tag und Nacht achtzugeben, dass das Holz nicht verbrennt und dass kein Feuer ausbricht. Diese Arbeit wurde eine Woche lang von dem Archäologen Dr. Arne Paysen übernommen, der am Köhlertag vor Ort ist und Fragen der Besucher beantwortet.
Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Montag, 3. September 2018

Stille Lesestunden in der Kornkammer

RolandPaschkowski sowie Julia, Juliane, Christian
und Kerstin von der Ohe (Fotos: Kohnke-Löbert)

Neue Ausstellung im „Imkerhaus aus Eschede“ eröffnet

„Schade, dass unsere Eltern das nicht mehr erleben können.“ Gerne hätten Kerstin, Juliane und Christian von der Ohe an diesem besonderen Tag ihre Eltern bei sich gehabt. Sie und ihre Angehörigen waren Ehrengäste der Eröffnung der neuen Ausstellung im „Imkerhaus aus Eschede“ im Museumsdorf Hösseringen am Sonntag – einer Ausstellung, die für sie einen ganz persönlichen Bezug hat: Das Imkerhaus ist ihr Geburtshaus. „Wir beide sind hier im Haus geboren. Christian zwar im Krankenhaus, aber
Kerstin, Christian und Juliane von der Ohe mit einem
Bild ihres Vorfahren Werner von der Ohe.
er hat seine ersten sieben Jahre im Haus gelebt und die intensivsten Erinnerungen von uns“, erzählt Juliane von der Ohe. Die drei lassen es sich nicht nehmen, noch einmal auf der kleinen Bank vor dem Haus Platz zu nehmen. „Der Brunnen stand etwas weiter weg“, fällt Kerstin von der Ohe ein, und Christian erinnert sich daran, dass er immer so gerne in dem weichen dunklen Sand vor dem Haus gemalt hat. Und an stille Lesestunden in der Kornkammer auf dem Dachboden. „Wenn wir unsere Großmutter besucht haben, dann haben wir mit Zeitungspapier die Fenster geputzt und es gab Stachelbeerkuchen“, fügt Juliane hinzu.
Juliane, Kerstin und Christian sind die Kinder von Werner und Marianne von der Ohe, den ehemaligen Eigentümern des Imkerhauses. Diese hatten nach dem Tod von Werners Mutter Erna das Gebäude mitsamt der kompletten Innenausstattung dem Museumsdorf übergeben, 1989 wurde es umgesetzt und nach und nach restauriert. Mit dem Ausbau des Dachgeschosses, neuen Texttafeln und einer Medienstation konnte die Ausstellung zum Werdegang der Familie von der Ohe und der Geschichte des Hauses nun vollendet werden. 

Das Imkerhaus aus Eschede.
„Ein langfristiges Projekt gelangt damit zum Abschluss“, sagte Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm zur Eröffnung. „Diese Ausstellung ist mehr als die Fertigstellung des Imkerhauses, sie ist Teil eines Gesamtkonzeptes des Museumsdorfes“, verwies er auf weitere Vorhaben. Es habe sich gezeigt, dass immer weniger Gäste Erinnerungen an die in den Gebäuden des Museumsdorfes präsentierten Lebenswelten hätten und mit vielen Gegenständen nichts mehr anfangen könnten. „Vielen Besuchern ist diese Welt fremd, sie verstehen sie nicht mehr. Darauf wollen wir reagieren, indem wir mehr Wissen zu den alltäglichen Lebensumständen der Menschen vermitteln.“ 

Der Vorsitzende des Museumsvereins, Jörg Hillmer.
Dass die konkrete Vergangenheitsvermittlung gerade im digitalen Zeitalter von Bedeutung ist, betonte auch Michael Pörschke von der VR-Stiftung der Raiffeisenbanken und Volksbanken in Niedersachsen, die das Projekt finanziell unterstützt hat. „Ein Onkel, der etwas mitbringt, ist besser als eine Tante, die Klavier spielt“, meinte er launig und verwies wie auch der Vorsitzende des Museumsvereins, Jörg Hillmer, auf die Umsetzung als Gemeinschaftsprojekt, das die Verwurzelung des Museumsdorfes in der Region belegt. Die inhaltliche Einführung in die Ausstellung übernahm Tilman Grottian.