Montag, 28. Mai 2018

Laufenten, Norweger und kleine Widder

300 Tiere beim „Tag der Tiere“ im Museumsdorf 


Ein Kikeriki folgt auf das nächste, offenbar meint der hellbraune Hahn, der mit seinen Puschelfüßen und der hellen Brust ganz nach einem Brahma aussieht, im Gatter des Geflügelzuchtvereins Uelzen und Umgebung den Ton angeben zu müssen. Bevor er würdevoll den Kopf senkt, um im Rasen des Dorfplatzes im Museumsdorf Hösseringen nach Würmern
Ausschau zu halten, lässt er noch ein lautes Krähen hören. Kein Wunder, muss er sich doch an diesem Tag gegen das Geschnatter und Gegacker von rund 300 gefiederten Artgenossen und Verwandten durchsetzen. Lockengänse, Kröllwitzer Puten, Höckergänse, Landenten, Italiener, Tauben und viele weitere Tiere haben die Mitglieder des Uelzener und Bad Bevenser Geflügelzuchtvereins zum „Tag der Tiere“ nach Hösseringen mitgebracht. Besonderes Interesse findet die Laufente mit ihren gelbgrauen Küken. Die quirlige Rasselbande gefällt auch Ann-Christin und Sascha Remer, die aus Nienwohlde nach Hösseringen gekommen sind, um nach „Verstärkung für ihre kleine Flugente“ Ausschau zu halten. Auch Sohn Mattheo und seinen Geschwistern Annemieken und Anna-Maria haben es die Laufenten angetan und so fällt die Entscheidung für ein kleines puscheliges Pärchen. „Die lassen wir dann im Gartenteich schwimmen und wir sammeln Würmer für sie“, meint Matheo, der im Museumsdorf schon einiges erlebt hat. „Ich war beim Hufeisenwerfen und Pferdelaufen“, erzählt er. Nun soll noch ein Schäfchen gebastelt werden. Beim Steckenpferd-Laufen hat Bufdi Jannis Pommerien Dienst und erklärt den kleinen Gästen, was es mit der „Post an den Zaren“ auf sich hat.

Nebenan ist Nora Hauptmann, die ebenfalls ihren Freiwilligendienst ableistet, mit jeder Menge Informationsmaterial zum Thema Pferde tätig, unterstützt von ihrer Mutter Andrea. „Hunde und Pferde sind die besten Erzieher für Kinder. Sie haben mir viel Reden erspart“, sagt sie und Vierbeiner Otis wedelt mit dem Schwanz dazu.
Auch Joost Sopniewski hat an diesem Sonntag Dienst. Der Neunjährige aus Hansen hat seine Kaninchen mitgebracht. Der kleine graue Widder ist so zahm, dass er ihn auf dem Arm halten kann. „Das ist unser Hobby“, erklärt er. Dazu gekommen sind die Sopniewskis ausgerechnet durch einen Besuch beim Tag der Tiere im Museumsdorf. „Da sind wir mit Leuten vom ‚Rassekaninchen Zuchtverein‘ in Kontakt gekommen“, erzählt Mama Imke. Und so kam es, dass Joost zu seinem 6. Geburtstag sein erstes Kaninchen bekam. „Inzwischen sind es 38“, lacht Imke Sopniewski, die inzwischen selbst Mitglied im Traditionsverein ist. 

Hans-Jürgen Drögemüller vom Geflügelzuchtverein hantiert währenddessen mit dem Wasserkanister und stellt große Pappen als Sonnenschutz auf. Denn nicht nur die Besucher freuen sich an diesem hochsommerlichen Tag über ein schattiges Plätzchen unter den großen Bäumen. Ein solches haben auch die beiden Norwegerpferde von Familie Kassebaum gefunden. Allerdings ist es ihr Arbeitsplatz, denn sie setzen den historischen Göpel in Gang. Stute Fricka musste kurzfristig einspringen und für ihr Fohlen Mats ist es eine Premiere. Er ist erst einige Wochen alt und macht hin und wieder halt, um ein wenig Milch zu tanken. 

Jonte aus Altenmedingen hat währenddessen seine Auswahl getroffen. Er hat sich bei Karl Krickhahn drei Hühner und einen Hahn ausgesucht. „Die Nachfrage ist groß“, so der Züchter, der an diesem Tag schon vielen Besuchern Auskunft zu den Tieren gegeben hat und dessen Hühnervoliere ist bereits leergekauft ist. „Im nächsten Jahr bin ich wieder dabei“, verspricht er.

Freitag, 25. Mai 2018

Tierisch etwas los

Am Sonntag, dem 27. Mai von 10.30 Uhr bis 17.00 Uhr, findet im Museumsdorf der „Tag der Tiere“ statt. Geflügel- und Kaninchenzüchter aus der Region präsentieren auf dem historischen Dorfplatz die Vielfalt alter Nutzgeflügel- und Hauskaninchenrassen. Zu sehen sind Puten, Gänse, Enten, Hühner, Zwerghühner und Tauben, verschiedene Kaninchenrassen sowie eine Stute mit ihrem Fohlen. Die Züchter sind ganztägig vor Ort und beantworten gerne Fragen von interessierten Besuchern. Zu sehen ist 
außerdem die kleinste Schafrasse Europas, das Quessant- oder bretonische Zwergschaf.
Auch der historische Göpel von 1897 wird wie in alter Zeit von Pferden in Betrieb gesetzt. Für Kinder gibt es Bastelaktionen sowie Kinderspiele zum Thema Pferd. Das beliebte Ponyreiten findet in der Zeit von 14 bis 16 Uhr statt.
In der historischen Schmiede ist Museumsschmied Frank Platten im Dienst und erklärt den Besuchern das alte Handwerk. Wer möchte, kann seine Fertigkeiten selbst
ausprobieren und einen Nagel oder einen Haken schmieden.
Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Die Anfahrt aus Richtung Gifhorn und Celle über die B191 über den Suderburger Kreisel nach Hösseringen ist frei.

Mittwoch, 16. Mai 2018

Kinderbasteln und Hausgeschichten

Pfingsten im Museumsdorf 

Aktiv und abwechslungsreich für große und kleine Besucher wird das Pfingstwochenende im Museumsdorf Hösseringen. Am Sonntag, dem 20. Mai führt der Museumschmied Hinrich Schulz sein Handwerk vor, indem er Nägel und andere Dinge aus Eisen schmiedet. Außerdem freut er sich über tatkräftige Unterstützung am großen Blasebalg.


Kinder ab sechs Jahren können am Montag, dem 21. Mai von 14 bis 16 Uhr Mobiles aus Naturmaterialien basteln. Dabei entstehen fantasievolle Stücke, die anschließend mit nach Hause genommen werden dürfen. Eine Bastelrunde dauert etwa 30 Minuten.

Ebenfalls am Pfingstmontag findet von 12 Uhr bis 13:30 Uhr und von 15 Uhr bis 16:30 Uhr eine Führung zum Thema „Die Häuser des Museumsdorfes und ihre Bewohner“ statt. In einem Rundgang durch das Museumsdorf wird Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm einigen der Häuser die Geschichten ihrer einstigen Bewohner zur Seite stellen. Die Gebäude des Museumsdorfes sind nicht nur wichtige ländliche Baudenkmale wie das 1596 erbaute Kleinbauernhaus von Oldendorf (Luhe) oder der Brümmerhof von 1644, sondern auch Quellen des Lebens und Arbeitens ihrer Bewohner. Bevor ein Haus ins Museumsdorf Hösseringen kommt, hat es in der Regel viel erlebt. Es hat Generationen kommen und gehen sehen, hat an Familiengeschichten teilgehabt, Freude und Schmerz mit seinen Bewohnern geteilt und war irgendwie auch selbst Teil all dieser Geschehnisse. In der Regel geraten die alten Geschichten jedoch nach einigen Generationen in Vergessenheit. Nicht so im Museumsdorf Hösseringen. Hier wird, wenn ein Gebäude seinen Platz in der historischen Dorfanlage findet, auch die Geschichte dazu aufgeschrieben. Denn erst mit dem Wissen um den Werdegang der Dinge sind eine historische Einordnung sowie der regionale Vergleich und die Erforschung möglich. So sind Wohnhäuser, Ställe, Scheunen und Werkstätten Dokumente vergangener Lebens- und Arbeitsweisen. Diesen will die Führung anhand verschiedener Beispiele nachgehen, indem sie für einzelne Gebäude des Museums über deren Erbauer und Bewohner sowie über die Nutzung der Gebäude und deren Wandel im Laufe der Zeiten informiert. So erhalten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen lebendige und anschauliche Einblicke in 400 Jahre ländliche Sozial- und Kulturgeschichte der Lüneburger Heide.

Die Anfahrt aus Richtung Gifhorn und Celle über die B191 über den Suderburger Kreisel nach Hösseringen ist frei.

Dienstag, 8. Mai 2018

Schmieden, Weben und Schaubienenstand

Himmelfahrtstag im Museumsdorf

Am Himmelfahrtstag, dem 10. Mai, bietet das Museumsdorf Hösseringen von 10:30 Uhr bis 17:30 Uhr Erlebnisse für kleine und große Besucher an: In der Scheune aus Wieren führt Weberin Katharina Bleisch den Webstuhl vor. Erwachsene und Kinder können ihr Geschick beim Weben am kleinen Webstuhl selbst ausprobieren. In der historischen Schmiede führt Museumsschmied Hinrich Schulz das alte Handwerk vor, auch hier können die Besucher selbst tätig werden und einen Nagel oder einen Haken schmieden.

Museumspädagogin Heike Dehrmann beantwortet im Kötnerhaus aus Bahnsen Fragen zur Geschichte des Hauses und seiner Bewohner sowie zum ländlichen Alltagsleben um 1900. Nachmittags können Kinder von 13 bis 15 Uhr „Arme Ritter“ backen und probieren.
Im weitläufigen Freigelände ist die Heidschnuckenherde unterwegs und die kleinen Ferkel der Rasse „Bunte Bentheimer“ erkunden eifrig ihr Freigelände am Stall. Auch der Schaubienenstand mit drei Waben ist nun im Garten des Imkerhauses aus Eschede aufgestellt. Wer wissen möchte, wie das Innenleben eines Bienenstockes aussieht, kann gerne einmal einen Blick hinein werfen.

Die Anfahrt aus Richtung Gifhorn und Celle über die B191 über den Suderburger Kreisel nach Hösseringen ist frei.

Montag, 7. Mai 2018

Stöbern, Tiere und Theater

Buntes Markttreiben im Museumsdorf 

Die flauschigen gelben Gössel haben sich ein schattiges Plätzchen ausgesucht. Und auch Kaninchen, Hühner und Tauben fühlen sich unter den großen Eichen inmitten bunten Markttreibens auf dem Dorfplatz des Museumsdorfes sichtlich wohl. „Zu einem historischen Markt gehörten ja immer Tiere und wir unterstützen das Museum gerne“, erzählt Hans-Jürgen Drögemüller vom Geflügelzuchtverein Bad Bevensen. Zum ersten
Mal hat das Museumsdorf Hösseringen zum großen Markttag geladen – und etwa 1000 Besucher nahmen die Gelegenheit gerne wahr, bei bestem Wetter im historischen Ambiente des Freilichtmuseums von Stand zu Stand zu schlendern und zwischen selbstgemachten Korbwaren, zarten Papierarbeiten, schmiedeeisernem Gartenschmuck, getöpferten Tassen und Schalen, bunten Blumen oder auch duftenden Kräutern zu stöbern. Vom Eingangsgebäude über den Dorfplatz und die alte Dorfstraße bis zur Schmiede hin erstrecken sich
die bunten Stände. Guten Zulauf hat auch der Hutmacher - kein Wunder, die Sonne lässt an diesem Tag keine Wünsche offen. „Uns gefällt besonders das weitläufige Gelände des Museumsdorfes. Heute sind wir aber vor allem wegen der vielen Kinderangebote gekommen“, ist sich Familie Szekeres aus Lüneburg einig. Sohn Micha freut sich schon aufs Schmieden und Seildrehen. Er ist allerdings nicht nur zum Vergnügen hier, sondern betreut mit seinen Eltern zudem einen Stand, an dem eigenes Saatgut
angeboten wird. „Das haben wir selbst hergestellt“, meint er stolz und verweist auf die dicken Stangenbohnensamen. Solche wachsen auch im Garten des Brümmerhofes, wo sich Charlette Bauer gerne Anregungen für den eigenen Garten holt. „Wir kommen quasi von nebenan, aus Bargfeld, und sind oft im Museumsdorf. Aber diesmal hat uns die Oma aus Düsseldorf auf den Markttag aufmerksam gemacht. Sie möchte uns bald besuchen und hat schon mal die Museumstermine recherchiert“, lacht sie. Und während nebenan die Motorsäge von André Löbnitz lautstark durch das Stimmengewirr schneidet und aus Baumstämmen große Tiere entstehen lässt, haben sich Meta und Alma beim Dreher angestellt. Die Schwestern aus Hamburg sind sich noch nicht sicher, ob sie lieber einen Kreisel oder einen Pilz drehen möchten. „Uns gefällt das Landleben“, sind sie sich einig - und Meta hatte sogar schon einen Auftritt: Sie stand auf der Bühne von Katharina Witerzens, die mit ihrer Schaubühne dreimal für schaurig-schöne Unterhaltung sorgte. Im Kötnerhaus muss Christiane Zeh aus Uelzen unterdessen aufpassen, dass Töchterchen Wilma mit dem Hammer den Nagel trifft und nicht Mamas Finger. Hier werden mit den Kleinen „Snurrkatten“ gebastelt und das ist nicht so einfach, wie es aussieht. „Nachher schlendern wir noch über den Markt. Es ist schön, dass für jeden etwas dabei ist“, sagt sie. „Nächstes Jahr kommen wir wieder.“

Mittwoch, 2. Mai 2018

Regionale Produkte, Tiere und Theater


Erster Markttag im Museumsdorf Hösseringen
Am Sonntag, dem 6. Mai von 10.30 bis 17.30 Uhr können Besucher des Museumsdorfes Hösseringen zum ersten Mal einen Markttag im historischen Ambiente des Freilichtmuseums erleben. Entlang der Dorfstraße und auf dem Hofplatz Linden bieten zahlreiche Aussteller aus der Region eine vielfältige Palette unterschiedlicher Produkte an. Es gibt Korbwaren, Keramik, Schmiedearbeiten, Schmuck, Leinen, feine Klöppelarbeiten und
vieles mehr. Für das leibliche Wohl werden Backwaren und andere Leckereien angeboten. Gartenfreunde dürfen sich unter anderem auf Kräuter, Sämereien, Stauden sowie dekorative Floristik freuen. Für bunte Lebendigkeit werden örtliche Züchter mit ihren Kaninchen, Hühnern, Enten und Tauben sorgen. Die Tiere können ebenfalls erworben werden.
Kinder können sich ihr eigenes Seil drehen, Schmieden, Drechseln, Snurrkatten basteln und auf dem Spielplatz alte Kinderspiele ausprobieren. Am Informationsstand des Museumsvereins gibt es eine Tombola für Groß und Klein.

Foto: Helge Sauber
Ganz wie in alter Zeit wird es auf dem Markt auch ein Jahrmarktstheater geben. Katharina Witerzens wird um 12.00, 14.00 und 16.00 Uhr mit ihrer „Schaubude“ ein besonderes Spektakel rund um einen alten Schaubuden-Wagen bieten. Sie nimmt ihr Publikum mit auf eine Zeitreise zu den alten Jahrmärkten und erweckt nicht nur die kleinwüchsige und stimmgewaltige „Prinzessin Perla“ und die asiatische Papierreißkünstlerin Ching Chang Fu zum Leben, sondern auch eine Kreatur halb Mensch und halb Tier. Zu erleben ist schaurig-schöne Jahrmarktspoesie einer Solo-Künstlerin mit internationaler Ausbildung!

Die Anfahrt aus Richtung Gifhorn und Celle über die B191 über den Suderburger Kreisel nach Hösseringen ist frei.