Donnerstag, 18. Oktober 2018

Kommt zum "Kerzen ziehen"

Am Sonnabend, dem 20. Oktober und am Sonntag, dem 21. Oktober, jeweils von 10.30 bis 16.00 Uhr, können Kinder und Erwachsene unter Anleitung von Georg Zaja aus Bienenbüttel im Kötnerhaus im Museumsdorf Hösseringen auf traditionelle Weise Kerzen ziehen. 


Größere Stipplichte können auch erworben werden. Georg Zaja zeigt außerdem, wie vielseitig man die Kerzen verzieren kann. Eine Spezialität aus Schweden und Dänemark sind dreiarmige Kerzen, die unter anderem zum "Lucia-Fest" in Gebrauch waren.

Freitag, 12. Oktober 2018

Lebensqualität auf dem Dorf

Museumsdorf und Ostfalia entwickeln mit „Dorftag“ ein neues gemeinsames Lehr- und Lernformat

„Das Thema ist sehr spannend. Nach meiner Auffassung wird im Lehrbereich ‚Soziale Arbeit‘ bislang stark vom städtischen Milieu ausgegangen. Daraus schließt man dann auf den ländlichen Bereich, obwohl hier andere Voraussetzungen gegeben sind.“ Mitja Wirzbick ist Student der sozialen Arbeit an der Ostfalia Hochschule in Suderburg. An diesem Herbst-Sonnabend ist er einen Tag lang im Museumsdorf Hösseringen zu Gast – allerdings ebenfalls in Sachen Studium. Denn die Ostfalia und das Museumsdorf haben in Zusammenarbeit mit Dr. Matthias Heyder von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und Dr. Klaus Hollenberg von der Landwirtschaftlichen Rentenbank zum ersten „Dorftag“ ins Museumsdorf eingeladen. Diskutiert wurden „Die Zukunft der sozialen Frage im ländlichen Raum“. „Es geht uns um die Frage, wie das Dorf als Lebensraum erhalten und zukunftsfähig gestaltet werden kann“, erläutert Prof. Dr. Dirk Plickat von der Fakultät Handel und Soziale Arbeit an der Ostfalia, der diese Veranstaltung ins Leben gerufen hat. Neben Vorträgen wurde über Herausforderungen in der sozialen Entwicklung des ländlichen Raumes und die Entwicklung von Strategien zur Förderung des sozialen Gestaltens und der Teilhabe diskutiert. Besonders am Herzen liegt dem Hochschullehrer, dass die Studierenden als spätere Fachkräfte frühzeitig in die Fachdiskussionen mit Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und regionaler Entwicklung eingebunden werden.
Für Rieke Bulla, Studentin im 5. Semester, bot die Veranstaltung „viele Ansätze zum Weiterdenken“. Reizvoll findet sie die Vielfalt der Aspekte, die den Studierenden mit auf den Weg gegeben wurden. „Es geht um die Lebensqualität auf dem Dorf. Wie kann diese verbessert werden und wie können wir in der Sozialen Arbeit ansetzen“, fasst sie zusammen. Erkenntnisse des „Dorftages“ werden die Studierenden in einer Hausarbeit aufarbeiten.

Allein bei der Theorie sollte es aber nicht bleiben an diesem Tag: Nach einer Informationsphase wurden in einem Planspiel realistische Strategien zur Förderung von Gemeinschaft entwickelt – ein Thema, dass hochaktuell auch in Politik und Gesellschaft diskutiert wird. So nahmen an der Veranstaltung auch der Landrat des Kreises Uelzen, Dr. Heiko Blume, Suderburgs Bürgermeister Hans-Hermann Hoff sowie Prof. Dr. Waldeer und Prof. Dr. Eger von der Ostfalia teil.
Für das Museumsdorf ist die Kooperation mit der Ostfalia eine wichtige Bereicherung. „Mit Veranstaltungen wie diesen nimmt das Museumsdorf am aktuellen Diskurs teil“, fasst es Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm zusammen. „Wir sind als Bildungseinrichtung Teil des gesellschaftlichen Lebens und es ist gut, mit vielen Akteuren im Gespräch zu sein.“


Bereits während der Veranstaltung wurden Fortsetzungen dieses neuen gemeinsamen Lehr- und Lernformates gewünscht und beschlossen. Der 2. Suderburger Dorftag ist für den 28. September 2019 geplant. Dann soll „Vertrauen als Grundlage ländlicher Entwicklung“ das Thema sein.

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Alles rund um den Apfel

Am Sonntag, dem 14. Oktober findet von 10:30 Uhr bis 17:30 Uhr im Museumsdorf Hösseringen der „Apfeltag“ mit Informationen und Aktionen statt. Die Pomologin (Apfelkundlerin) Eva-Maria Heller bestimmt mitgebrachte Äpfel (bitte drei bis fünf Stück einer Sorte mitbringen) und gibt Tipps zur Pflege und Lagerung des Obstes. Säfte und andere kulinarische Produkte aus Äpfeln runden das Angebot ab. 

Kinder können Apfelsaft pressen, Apfelpfannkuchen backen und an vielen Bastelaktionen rund um den Apfel teilnehmen. Für das leibliche Wohl gibt es Apfelkuchen.

Perlmuscheln und Porzellanpüppche

Der Kunstsachverständige Dieter Müller schätzte im Museumsdorf Hösseringen

„Das Bild stammt aus einem südfranzösischen Bauernhaus. Das Haus wurde 1838 gebaut und das Bild hing bestimmt seit dieser Zeit dort“, erzählt Olaf Bruns. Der Hösseringer hatte sich das Häuschen Ende der 90er Jahre gekauft, doch „irgendwann musste ich mich davon trennen“. Die Dinge, die ihm am meisten ans Herz gewachsen waren, nahm er mit nach Hause - und so kam es, dass Olaf Bruns gestern beim
Schätztag im Museumsdorf Hösseringen geduldig im Kreis der Wartenden saß und für seine „schöne Dame aus gehobenen Kreisen“ auf eine Einschätzung des Kunstsachverständigen Dieter Müller wartete. Die bekam er auch – und seine Vermutung, dass das Bild um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden ist, bestätigt sich. „Es handelt sich um eine Lithografie, die in einem, damals sehr verbreiteten speziellen Verfahren, gedruckt worden ist“, hat er erfahren. Vermutlich zeigt sie eine französische oder deutsche Prinzessin, welche genau, das könne man nicht sagen. Der Wert sei eher von ideeller Natur, aber das ist für Olaf Bruns in Ordnung. „Es geht mir gar nicht um den finanziellen Wert, ich möchte einfach wissen, was es mit dem Bild auf sich hat“, meint er.
Einen kleinen Schatz hat eine Dame aus Hösseringen mitgebracht: Der Familienschmuck in ihrem kleinen Kästchen entpuppt sich als Werk der 20er-Jahre, damals nicht so selten, aber dafür besonders schön, wie sie findet. Das Besondere: In die fein gearbeiteten Anhänger, vermutlich Ohringe, und die dazugehörige Brosche sind winzige Perlmuscheln eingearbeitet. Sie stammen von der Flussperlmuschel, die noch vor 100 Jahren in den Heideflüssen weit verbreitet war. „Um die Jahrhundertwende wurden die Flüsse regelrecht geplündert, um an die Perlen zu kommen“, weiß Olaf Bruns. 

Ein wenig enttäuscht kommt Klaus Schmidt aus Suderburg vom Gutachter zurück, denn seine schöne „Goldjungfrau“ wurde als reines Deko-Objekt eingestuft. „Die habe ich vor 20 Jahren in Hannover gekauft, weil ich sie so schön fand“, erzählt er. Und auch nach der fachlichen Einschätzung ist sie nicht weniger schön und wird ihren Ehrenplatz in seiner Sammlung behalten. Die ist übrigens so groß, dass Klaus Schmidt in den nächsten Jahren immer wieder zum Schätztag kommen könnte, ohne mit allen seinen Kunstwerken „durchzukommen“.

Hannelore Dittrich aus Bienenbüttel hat mit zwei Porzellanpüppchen einen „Sperrmüll-Fund“ mitgebracht. „Die schauten aus einem Karton heraus und da habe ich sie gerettet. Verkauft werden die aber nicht“, ist sie sich sicher, denn sie sind Teil ihrer umfangreichen Puppen- und Teddysammlung. „Das ist wohl das Kind in ihr“, lacht Tochter Rebekka Dittrich-Scharmweber, die während der Wartezeit schon einmal den Deckel einer Gebäckdose lüftet. Deren Alter ist kein Geheimnis, denn es ist eingraviert: 1774.
Ein wenig Geduld mussten die Gäste beim Schätztag mitbringen, doch auch für kommende Dachbodenfunde besteht Hoffnung: Im Frühjahr kommt der Sachverständige wieder.

Donnerstag, 27. September 2018

Erntedank- und Kartoffelfest

Am Sonntag, dem 30. September findet von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr das traditionelle Erntedank- und Kartoffelfest im Museumsdorf Hösseringen statt. Es wird gemeinschaftlich vom Museumsdorf und der Kreislandjugend Uelzen organisiert. Der musikalisch begleitete Erntedankgottesdienst beginnt um 14 Uhr und findet im Brümmerhof statt.
Vor und nach dem Gottesdienst sind an verschiedenen Stellen im Museum alte landwirtschaftliche Arbeitstechniken zu sehen. So treibt die Dampflokomobile von 1913 eine
Dreschmaschine an, mit Göpelantrieb wird Stroh zum Verfüttern gehäckselt, die Schrotmühle wird betrieben und in der Schmiede raucht der Schornstein. Eine Weberin demonstriert, wie am Spinnrad Garn gesponnen wird und wie das Weben funktioniert. Die Vorführung von Volkstänzen zeigt, dass nach der Arbeit auch noch Zeit für geselliges Leben war.
Kinder können Kartoffeln sammeln, an der Sortiermaschine helfen und bei weiteren Bastel- und Mitmachaktionen Spaß haben. Am Lagerfeuer
werden Kartoffeln geröstet und auch der Kartoffeldämpfer ist in Betrieb: Die frischen heißen Kartoffeln können gleich an Ort und Stelle verkostet werden. Produkte aus der Region, Gegrilltes sowie Kaffee und Kuchen laden zu Verweilen und Genießen ein.

Mittwoch, 19. September 2018

Von Besenheide, Bienen und Birkhühnern

Eine Themenführung zur Geschichte und Nutzung der Heidelandschaft wird am Freitag, dem 21. September von 15 bis 17 Uhr im Museumsdorf Hösseringen angeboten. Was macht diese Landschaft, in der wir hier leben, eigentlich so besonders? 
Museumsführerin Verena Görke wird dieser Frage auf den Grund gehen und dabei anschaulich die verschiedenen Stationen der historischen Entwicklung der Landschaft beleuchten; angefangen von der Prägung der Landschaft durch die Eiszeiten, weiter zur Entwicklung der Landschaft unter dem Einfluss des Menschen und
schließlich die für die Region ehemals typische Heidebauernwirtschaft. Was hat die Besenheide mit dem Honiganbau und den Heidschnucken zu tun und warum ist dieses Ökosystem mit den darin vorkommenden Arten heute in seiner Existenz gefährdet? Die Besucherinnen und Besucher der Führung werden darauf Antwort finden und zudem Möglichkeiten der Pflege und des Erhalts von Heidelandschaften kennenlernen. Ergänzt werden die Inhalte durch die Vorstellung einiger für Heide-Gesellschaften typischer Tier- und Pflanzenarten, wie beispielsweise den seltenen Birkhühnern und anderen mehr.

Donnerstag, 6. September 2018

Einmal richtig Kohle machen...

... beim Köhlertag im Museumsdorf Hösseringen

Am Sonntag, dem 9. September findet von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr unser Köhlertag statt. An diesem Tag wird der zur Herstellung von Holzkohle aufgesetzte und seit Tagen betriebene Meiler geöffnet und die Holzkohle entnommen. Besucher können dabei zusehen und sich über das alte Handwerk der Köhlerei informieren. Kinder können mit Holzkohle oder auch mit Stiften malen.

Der Köhlertag ist der Abschluss der Aktion „Köhlerei im Museumsdorf“, die mit dem Aufsetzen des Meilers eine Woche zuvor begonnen hat. Ein Kohlemeiler steht je nach Witterung und Größe von einer bis zu sechs Wochen lang in Glut. In dieser Zeit heißt es Tag und Nacht achtzugeben, dass das Holz nicht verbrennt und dass kein Feuer ausbricht. Diese Arbeit wurde eine Woche lang von dem Archäologen Dr. Arne Paysen übernommen, der am Köhlertag vor Ort ist und Fragen der Besucher beantwortet.
Für das leibliche Wohl ist gesorgt.