Dienstag, 29. August 2017

Köhlerei in Norddeutschland

Köhlerhütte um 1935
Themenführung mit Dr. Arne Paysen 

Eine Themenführung über die Geschichte der Köhlerei in der Lüneburger Heide findet am Freitag, dem 1. September von 15 bis 17 Uhr im Museumsdorf Hösseringen statt. Der Archäologe Dr. Arne Paysen wird über diesen wichtigen und dennoch wenig beachteten Handwerkszweig der frühen Neuzeit berichten. Köhler waren Außenseiter und galten als schmutzig, ungebildet und kauzig, weshalb man ihre Gegenwart mied. Heute geben alte Köhlerstellen einen faszinierenden Einblick in die Forst- und Waldgeschichte, lassen so manche Schriftquelle in anderem Licht erscheinen und sind weitaus spannender, als man vermuten würde.

Aufschichten eines Meilers im Klosterforst Niebeck
Köhlerei gab es nicht nur im waldreichen Harz, sondern sie war auch in der Lüneburger Heide weit verbreitet. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts gab es beispielsweise im Klosterforst Niebeck eine Köhlerhütte, ebenso bei Hösseringen und Bad Bevensen. Der Kohlebedarf der Schmieden sowie von Handwerk und Industrie war damals so groß, dass Holzkohle in großen Mengen produziert werden musste. Nicht weit von Ellerndorf wurde noch während des Zweiten Weltkrieges in sechs Erdmeilern Holzkohle für Kraftfahrzeuge der Firma Rheinmetall hergestellt – aus Mangel an Kraftstoff. Inzwischen ist diese alte Arbeitsweise jedoch in Vergessenheit geraten.

Dienstag, 22. August 2017

Das Jahrmarkttheater kommt!

„Dorfgedanken“ im Museumsdorf

Die Vergangenheit birgt viele Geheimnisse. Es ist schwer zu sagen, ob die Historiker oder die Schriftsteller der Wahrheit näher kommen: Auch Schriftsteller müssen gut recherchieren und Historiker kreativ sein. Wie das genau funktioniert, lässt sich am 9.September ab 19:30 Uhr im Museumsdorf Hösseringen herausfinden, wenn dort die nächste Veranstaltung der Reihe „Dorfgedanken“ vom Jahrmarkttheater stattfindet.
In der Reihe Dorfgedanken lädt die Kunstfigur Oma Sanne zum spielerischen Austausch über verschiedene Themen ein. Dieses Mal geht es um Geheimnisse - und was könnte hierfür ein passenderer Ort sein, als das Museumsdorf Hösseringen mit seinen originalen Gebäuden der Heideregion aus der Zeit um 1600 bis 1925? Wie wurde damals das Besteck gehalten? Wessen Hände haben zuletzt die Mauer gestreichelt? Und wozu wurde dieses ominöse Füllhorn verwendet? Diesen Fragen gehen die Gäste zusammen mit Dr. Ulrich Brohm, Leiter des Museums, einer Schriftstellerin und natürlich Oma Sanne auf den Grund.
Entstanden ist „Dorfgedanken“ aus dem Bedürfnis nach Begegnung und dem Wunsch, verschiedene aktuelle oder allgemeine Themen (wie zum Beispiel Gastfreundschaft, Erinnerung, Demokratie) im Gespräch und aus verschiedenen Perspektiven aktiv und unterhaltsam zu entdecken. Bei jeder Veranstaltung bringen sich zwei ausgewählte Experten mit individuellem Bezug zum jeweiligen Thema ein. Immer dabei ist die von Thomas Matschoß dargestellte Oma Sanne, die aus mehreren Stücken vom Jahrmarkttheater bekannt ist. Die künstlerische Leitung hat Andrea Hingst, unterstützt von Anja Imig, die auch für die Ausstattung verantwortlich zeichnet. 

Nach einem Ausflug in den Wiebeck zum Thema Wald, der mit dem Förster und Mitarbeiter im Ministerium für Landwirtschaft, Rainer Boldhaus, entstand, verlässt das Jahrmarkttheater für diesen Abend zum zweiten Mal den heimischen Theatersaal in Bostelwiebeck, um in Kooperation mit dem Museumsdorf Hösseringen die Geheimnisse der Vergangenheit zu erforschen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung beim Jahrmarkttheater (dorfgedanken@jahrmarkttheater.de) ist wegen einer begrenzten Platzzahl erforderlich.
"Dorfgedanken - Oma Sanne lädt ein“ entsteht in Kooperation mit der Stiftung Leben und Umwelt und wird gefördert vom Lüneburgischer Landschaftsverband und der LAG Soziokultur.

Dienstag, 15. August 2017

Einmal richtig Kohle machen

Öffnen des Kohlemeilers und Köhlerfest
Am Sonntag, dem 3. September findet von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr im Museumsdorf Hösseringen das Köhlerfest statt. An diesem Tag wird der zur Herstellung von Holzkohle aufgesetzte und seit Tagen betriebene Meiler geöffnet und die Holzkohle entnommen. Besucher können dabei zusehen und sich über das alte Handwerk der Köhlerei informieren. Außerdem gibt es Bier und Gegrilltes.
Ein Kohlemeiler steht je nach Witterung und Größe von einer bis zu sechs Wochen lang in Glut. In dieser Zeit heißt es Tag und Nacht achtzugeben, dass das Holz nicht verbrennt und dass kein Feuer ausbricht. Das Köhlerfest ist der Abschluss der Aktion „Köhlerei im Museumsdorf“, die mit dem Aufsetzen des Meilers eine Woche zuvor begonnen hat. Der Termin dieser Veranstaltung kann witterungsbedingt kurzfristig verschoben werden.

Kleine Kapitäne ahoi!

Im Rahmen einer Ferien-Mitmachaktion lädt das Museumsdorf Hösseringen am Donnerstag, dem 31. August von 13 bis 15 Uhr zum Basteln von Borkenschiffchen ein. Kinder können aus Borke und Ästen ihr ganz besonderes Traumboot basteln und auf dem Dorfteich gleich ausprobieren. Ein Durchgang dauert etwa 30 Minuten, Kinder können jederzeit hinzukommen. Die Kosten betragen 2 Euro inklusive Eintritt und Material.

Freitag, 11. August 2017

Historische Maltechniken vorgestellt

Habt Ihr Euch schon angemeldet? Eine Maltechnik mit sehr alter Tradition in passendem Ambiente vorgestellt: Malermeister und Restaurator im Handwerk Thorsten Neidhardt weiht am Sonnabend, dem 19. August von 10:30 bis 17:30 Uhr im Museumsdorf Hösseringen in die Technik des Schablonierens ein. Die Malerei mit Schablonen dient dem Aufbringen von Ornamenten auf Flächen, eine Technik, die bereits seit der Antike bekannt ist und seither in allen Epochen und Kunstrichtungen eingesetzt
wurde.
Besonders beliebt war das Schablonieren in der Zeit des Historismus und des Jugendstils - und dafür finden sich auch in im Landkreis Uelzen Zeugnisse. Die Technik des Schablonierens wird heute insbesondere in der Restaurierung angewandt, erlebt derzeit aber auch eine Renaissance im privaten Bereich.
Neben der Einführung in die Technik des Schablonierens gibt Thorsten Neidhardt Anleitungen für die Fachwerksanierung, für Wandanstriche innen und außen sowie für den
Anstrich von Holzfenstern. Wer möchte, kann seine Erkenntnisse gleich an Ort und Stelle praktisch umsetzen. Dazu sollte passende Kleidung mitgebracht werden.
Die Kosten betragen 45 Euro (inklusive Einritt und Material).

Montag, 7. August 2017

Pferd, Spieluhr und Napoleon zu Besuch im Museumsdorf

Viele Gäste kamen zum Schätztag 

Napoleon war zu Besuch im Museumsdorf. Nein, nicht als Historienspektakel und leibhaftig ja sowieso nicht. Aber immerhin auf einem Teller. Den hatte Erich Weichsel aus Dalle am Wochenende nach Hösseringen mitgebracht. Besser gesagt, eine ganze Serie von Tellern mit Szenen aus dem Leben des französischen Feldherren, der die Geschicke Europas so stark beeinflusste, dass er bis heute unvergessen blieb. „Kinder, ich zähle auf euch“, liest Erich Weichsel vor. „Ja, Sire, wie mit der alten Garde“, wird ihm versichert. Das Datum zeigt an, das es 1815 ist, kurz vor Waterloo.
Da war von Waterloo noch keine Rede:
"Ich habe Ihre Monarchie gestürzt,
wie ich hier das Porzellan stürze",
sagt Napoleon auf diesem Teller.
Die große Schlacht überstand Napoelon nicht unbeschadet, die Teller dagegen schon, kein Wunder, sie entstanden ja auch in ruhigeren Zeiten. Woher die Tellersammlung stammt, weiß Erich Wechsel nicht mehr, immerhin ist sie seit vier Generationen in Famlienbesitz und wurde „immer gut weggestellt". Nun möchte er wissen, was seine Sammlung wert sein könnte, und kommt deshalb zum Schätztag ins Museumsdorf. Der sorgte wieder für jede Menge Andrang rund um den Tisch des Kunstsachverständigen Klaus-Dieter Müller aus Deutsch Evern. Bereits am Morgen sind die Sitzreihen im Seminarraum des Museums gut gefüllt. An den Wänden lehnen sorgsam verpackte Gemälde, hier und dort tickt eine Uhr und aus Taschen und Körben lugt ein buntes Sammelsurium aus Vasen, Geschirr, Schmuck und Bildern und allem, was man sich nur vorstellen kann.


Bernd Roggemann aus Hösseringen hat Meißner Pozellan aus seinem Familienbesitz im Korb. „Bloß nicht fallen lassen“, lacht er und packt eine fein bemalte Schreibgarnitur aus. Sie gehörte den Großeltern, die aus Schlesien stammen und dort eine Papierfabrik hatten. Schwerer wiegt das hölzerne Pferd, das Roswitha Lange aus Wrestedt im Gepäck hat. „Das haben wir auf einer Versteigerung gekauft, erzählt sie. Es stammt aus dem Nachlass des Möbelhauses Thörmer, einst größter Arbeitgeber der Gemeinde Wrestedt.

Nun steht an seiner Stelle ein Einkaufszentrum und viele Stücke aus dem Familienvermögen wechselten den Eigentümer. So wie das hölzerne Pferd, in das sich Roswitha Lange „auf den ersten Blick verliebt" hat. Im Museumsdorf erfährt sie, dass es aus Teakholz gefertigt ist und aus Indien stammt. Hergestellt wurde es Anfang der 20er Jahre. „Für Kinder ist es aber nicht gedacht“, sagt sie, „Es dient zur Dekoration und wird auf jeden Fall in unserem Haushalt bleiben.“


Heidi Tilly aus Melbeck blättert derweil durch ein altes Fotoalbum und plötzlich erklingt die zarte Melodie einer Spieluhr. Das mechanische Uhrwerk ist unter den Seiten mit den Fotos in einem kleines Kästchen verborgen, das hölzerne Gehäuse ist aus Holz und mit Metallzierrat aufwendig verziert. Der rote Samtbezug ist schon ganz abgegriffen. „Dieses Stück stammt aus Amerika“, ist sich Klaus-Dieter Müller sicher. „Die Amerikaner lieben Spieluhren“. Das Foto eines Mannes in amerikanischer Uniform bestätigt die Einschätzung des Sachverständigen. Die ältesten Bilder stammen aus dem Jahr 1860, in dieser Zeit ist das Kästchen wohl auch hergestellt worden – in einer Zeit, als die Auswanderungswelle nach Amerika einen Höhepunkt erreichte.


Heidi Tilly nimmt es zufrieden wieder mit nach Hause. Vorher aber geht sie mit ihrer Mutter Christa Habermann noch in die Ausstellung zum Einzelhandel. Christa Habermann hatte dafür einige Exponate gespendet, unter anderem eine alte Waage. Nun schaut sie, ob sie sie in der Ausstellung entdeckt.

Freitag, 4. August 2017

Alter Baustoff neu angewendet

Lehmbauseminar im Museumsdorf Hösseringen

Am Sonnabend und Sonntag, dem 12. und 13. August, jeweils von 10:30 Uhr bis 15:30 Uhr, erläutert Lehmbauer Matthias Kiemann im Rahmen eines Lehmbauseminars, welche Vorzüge das Material Lehm in vielen Bereichen zur besten Wahl machen. Dabei demonstriert er die verschiedenen Techniken des Lehmbaus, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst ausprobiert werden.

Lehm ist einer der ältesten Baustoffe der Menschheit. Über Jahrtausende hinweg hat er sich als verlässliches und vielseitiges Material bewährt und völlig zu Recht hält er seit einiger Zeit wieder vermehrt Einzug auch in den modernen Hausbau. In der Denkmalpflege und in der Sanierung war Lehm ohnehin nie verzichtbar. 




Die Kosten inklusive Eintritt und Material betragen 90 Euro. Um Voranmeldung bis zum 4. August bei Matthias Kiemann, Tel. 05148 911927, E-Mail: matthias-kiemann@t-online.de, wird gebeten.


Dienstag, 1. August 2017

Holt schon mal Eure Schätzchen heraus

Am Sonntag wird bei uns im Museum wieder geschätzt! Unter dem Stichwort "Kunst oder Kitsch?" können Besucher des Museumsdorfes Hösseringen von 10.30 bis 14 Uhr (letzte Objektannahme) ihre privaten Kunstwerke schätzen lassen.
Ganz nach dem Motto „Ein Schatz ist´s für den einen – der andere sieht darin keinen“ begutachtet der Kunstsachverständige Klaus-Dieter Müller Kunstwerke sowie Gegenstände aus den Bereichen Alltag, Kultur und Natur und
gibt eine Einschätzung – und wenn möglich – eine finanzielle Bewertung dazu ab. Ob Bilder, Porzellan und Keramik, Plastiken oder auch das alte Schiffsmodell – mitgebracht werden kann alles, was antik ist, außer Teppiche.
Bis zu fünf Gegenstände können begutachtet werden, zu zahlen ist der reguläre Museumseintritt.