Donnerstag, 27. Juli 2017

Als der Mähdrescher die Felder eroberte

Studierende der Uni Osnabrück forschten im Museumsdorf Hösseringen

Als die Erfindung des Mähdreschers um 1900 von Amerika nach Deutschland gelangte, waren die hiesigen Bauern vom Nutzen dieser technischen Neuentwicklung keineswegs überzeugt. „Noch um 1920 lehnte man den Einsatz von Mähdreschern in Deutschland ab,
weil die Felder zu klein dafür waren. Man meinte zudem, dass die klimatischen Bedingungen nicht geeignet seien“, erläutert Lukas Jaskulla. Er ist einer von acht Studierenden der Uni Osnabrück, die sich kürzlich drei Tage lang im Museumsdorf Hösseringen mit der Geschichte der Technisierung in der Landwirtschaft beschäftigten. Unter der Leitung ihres Dozenten Dr. Johannes Laufer nutzten sie die Exkursionstage, um im Rahmen einer Gruppenarbeit praktische Erfahrungen in der Recherche sowie der musealen Umsetzung
eines Themas zu sammeln. Neben einer Führung durch das Museumsdorf erhielten sie in Hösseringen Einblick in die Sammlungsbestände und die Originalquellen, die sie anhand konkreter Maschinentypen zur Erforschung der geschichtlichen Zusammenhänge nutzten. Zudem formulierten sie Vorschläge zur didaktischen Aufbereitung ihrer Erkenntnisse für eine spätere Ausstellung. „Diese Kooperation ist für beide Seiten eine Bereicherung“, betonte Museumleiter Dr. Ulrich Brohm. „Das Museumsdorf als außeruniversitärer Lern- und Bildungsort bietet an, den Umgang mit den Quellen zu erlernen und wir erhalten dafür Unterstützung in der Ausstellungsvorbereitung mit Blick von außen.“
Und so stöberten sich die jungen Leute durch Inventarblätter über Landmaschinen, Informationen über deren Vorbesitzer und studierten Arbeitsprozesse in der Landwirtschaft: Mähen mit der Sense, Binden von Garben, Dreschen mit dem Dreschflegel – Tätigkeiten, die in unserer Region nur noch aus den Geschichtsbüchern bekannt sind. „Um den heutigen Stand der Technik zu verstehen, ist es jedoch notwendig, die einzelnen Schritte auf dem Weg dahin vorzustellen“, sagt Alexander Honstein, „möglich wäre dies anhand von Modellen, die den Prozess der Erntetätigkeiten und die damit verbundene Entwicklung der Maschinen nachvollziehen lassen“.
Der Mähdrescher beispielsweise setzte sich in Deutschland erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch, dann aber in rasantem Tempo. In den 1960er Jahren wurden bereits 80 Prozent der Flächen auf diese Weise abgeerntet. Der Arbeitskräftebedarf in der Landwirtschaft sank erheblich, während die bewirtschafteten Flächen immer größer wurden. „Für die Bauern war dieser Prozess nicht einfach, denn nicht jeder konnte sich die großen Maschinen leisten“, hat Daeborah Tönjes herausgefunden. „Letztlich war das Höfesterben der 1970er Jahre auch eine Folge der Technisierung in der Landwirtschaft“.
„Mir hat dieses Projekt geholfen, falsche Vorstellungen zu korrigieren und ein romantisches Bild von der Landwirtschaft zu entkräften“, fasst es Alexander Honstein zusammen. Und während das Museumsteam die Erkenntnisse der Studenten zur Vorbereitung einer geplanten Ausstellung zur Technisierung in der Landwirtschaft sammelt, planen Dr. Brohm und Dr. Laufer ihre weitere Zusammenarbeit. Dann wird es nicht nur um geschichtliche Inhalte gehen, sondern auch darum, neue Zielgruppen für die Ausstellungen des Museumsdorfes zu interessieren.

Freitag, 21. Juli 2017

Kurs Schanzen flechten

Ein Kursus „Schanzen“ flechten findet am Sonntag, dem 20. August von 10 bis 18 Uhr im Museumsdorf Hösseringen statt.
Die Korbflechterin Diana Stegmann zeigt das Flechten von Henkelkörben, auch „Schanzen“ genannt. Eine „Schanze“ ist ein auch als „Wange“ bekannter Korb, der auf Bügeln basierend geflochten wird. Bei der Arbeit erläutert die Korbflechterin verschiedene Flechttechniken und die Verarbeitung von Weiden. Jeder Teilnehmer nimmt am Ende einen eigenen Korb mit nach Hause.
Die Kosten betragen 85 Euro inklusive Eintritt und Material. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung bis zum 4. August bei Diana Stegmann erforderlich, Tel.: 05861 9862339, E-Mail: diana.stegmann@posteo.de.

Donnerstag, 20. Juli 2017

Spezialkurs Damaszieren

Tagesgrundkurs mit dem Archäologen Arne Paysen

Einen Damastschmiedekurs bietet der Archäologe und Schmied Arne Paysen am Sonntag, dem 6. August von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr im Museumsdorf Hösseringen an.
Wer sich schon einmal eingehend mit dem Schmieden beschäftigt hat, dem ist der Begriff des Damaststahls gut vertraut. Dieser leitet seinen Namen von der Stadt Damaskus ab, wo im Mittelalter besonders wertvolle Klingen verhandelt wurden. Bei der Herstellung des Damaststahls wird durch die Kombination von weichem Eisen und hartem Stahl ein Verbundmaterial hergestellt, welches die Eigenschaften beider Materialsorten vereinigt. Durch mehrmaliges Falten des Stahlpaketes vermischen sich die harten und weichen Metalllagen und bilden auf der Klinge ein Muster aus hellen und dunklen Stahladern. Eine Klinge aus diesem Stahl bricht nicht und verbiegt sich nicht, lässt sich gut schleifen und bleibt lange scharf.
Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, sich eine Messerklinge von 10 bis 15 cm Länge aus Damaststahl selbst zu fertigen. Als Materialien werden extrem harte Werkzeugstähle und weiches Eisen verwendet. Der Kurs beginnt mit dem Feuerverschweißen des Ausgangspaketes aus harten und weichen Lagen, geht über das Falten, Schmieden und Glätten der Klinge bis hin zum Härten und Schleifen.
Die Teilnahme an einem Tageskurs kostet 100 Euro inklusive Eintritt und Material. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl wird um Voranmeldung bis zum 21. Juli bei Arne Paysen unter Tel. 04347-7304942 oder per Mail isentosamballerer@gmx.de gebeten.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Historische Maltechniken vorgestellt

Jetzt zum Kurs anmelden!
Eine Maltechnik mit sehr alter Tradition in passendem Ambiente vorgestellt: Malermeister und Restaurator im Handwerk Thorsten Neidhardt weiht am Sonnabend, dem 19. August von 10:30 bis 17:30 Uhr im Museumsdorf Hösseringen in die Technik des Schablonierens ein. Die Malerei mit Schablonen dient dem Aufbringen von Ornamenten auf Flächen, eine Technik, die bereits seit der Antike bekannt ist und seither in allen Epochen und Kunstrichtungen eingesetzt wurde.
Besonders beliebt war das Schablonieren in der Zeit des Historismus und des Jugendstils - und dafür finden sich auch in im Landkreis Uelzen Zeugnisse. Die Technik des Schablonierens wird heute insbesondere in der Restaurierung angewandt, erlebt derzeit aber auch eine Renaissance im privaten Bereich.
Neben der Einführung in die Technik des Schablonierens gibt Thorsten Neidhardt Anleitungen für die Fachwerksanierung, für Wandanstriche innen und außen sowie für den Anstrich von Holzfenstern.

Wer möchte, kann seine Erkenntnisse gleich an Ort und Stelle praktisch umsetzen. Dazu sollte passende Kleidung mitgebracht werden.
Die Kosten betragen 45 Euro (inklusive Einritt und Material). Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung bis zum 11. August erforderlich unter Tel.: 05826 1774 oder info@museumsdorf-hoesseringen.de.

Dienstag, 18. Juli 2017

Seife aus Kräutern und Blüten

Mitmachaktion im Museumsdorf Hösseringen
Das Museumsdorf Hösseringen bietet am Donnerstag, dem 20. Juli, in der Zeit von 11 bis 14 Uhr die Mitmachaktion „Seife herstellen“ an. Kinder von sechs bis zwölf Jahren können Kräuter- oder Blütenseife herstellen, was etwa 30 Minuten dauern wird. Die Kosten betragen 2 Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Montag, 10. Juli 2017

Nächtliche Tierwelt im Museumsdorf

Foto: Andreas Schüring | GDT
Familienführung mit der Natur-Landschaftsführerin Nicola Mahnke
Eine nächtliche Entdeckungstour durch das weiträumige Freigelände des Museumsdorfes findet am Sonnabend, dem 15. Juli von 21:30 Uhr bis 23 Uhr statt. Die Tour wird geleitet von der zertifizierten Natur- und Landschaftsführerin Nicola Mahnke.
Welche Tiere sind nachts unterwegs? Wie finden sie im Dunkeln ihre Beute? Fragen wie diesen rund um die nächtliche Tierwelt soll gemeinsam mit Spiel und Spaß und allen Sinnen auf den Grund gegangen werden. Nebenbei wird auch ein Ausflug in die Sagenwelt der Lüneburger Heide unternommen. Die kleinen Teilnehmer können auf eine nächtliche Schatzsuche gehen und eine kleine Mutprobe bestehen.

Die Kosten inclusive Eintritt betragen für Erwachsene 12 Euro und für Kinder 10 Euro. Anmeldungen sind bis zum 13. Juli bei Nicola Mahnke, Tel. 04131 840749, info@naturerlebnis-mit-genuss.de, möglich.

Freitag, 7. Juli 2017

Schmieden lernen in den Ferien

Am Mittwoch, dem 12. Juli von 12 bis 14 Uhr ist Museumsschmied Peter Böttcher in der Schmiedewerkstatt bei der Arbeit. Er zeigt Kindern von zehn bis 14 Jahren, wie ein Werkstück geschmiedet wird. Im Rahmen der Ferienspaßaktion fertigen die Kinder auch selbst kleine Stücke wie zum Beispiel Amulette an. Peter Böttcher erklärt zudem, was in der Schmiede zu sehen ist und wie hier früher gearbeitet wurde.

Die Kosten betragen 15 Euro inklusive Eintritt und Material. Um Anmeldung bis Mittwoch, 5. Juli unter Tel. 05826 1774 wird gebeten.

Dienstag, 4. Juli 2017

Übermorgen werden Traumfänger gebastelt

Noch keine Pläne für die Ferien? Dann kommt doch ins Museumsdorf Hösseringen! Am Donnerstag, dem 6. Juli können Kinder hier Traumfänger basteln. Die Mitmachaktion für Kinder von sieben bis zwölf Jahren findet von 11 bis 14 Uhr statt. Gemeinsam werden aus Holzstäbchen und Wolle bunte Traumfänger gestaltet.
Eine Bastelrunde dauert etwa 30 Minuten. Die Kosten betragen zwei Euro, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.