Montag, 14. November 2016

Kunst und Handwerk aus der Region

3200 Besucher beim Kunsthandwerkermarkt im Museumsdorf
Auch das Wetter spielte mit: Noch nicht oft trugen die Häuser des Museumsdorfes Hösseringen schon Mitte November, wenn der große Kunsthandwerkermarkt startet, weiße Schneemützen. Am Sonntag aber sorgten Minusgrade bei Sonnenschein, knirschende Eiskristalle unter den Schuhen und natürlich die vielen Aussteller im Museumsdorf für echte Weihnachtsstimmung. Neben dem vielfältigen
Angebot, das der Kreative Kreis Winsen in bewährter Weise bereits zum 7. Mal zusammen getragen hat, war diesmal auch Drechsler Johann Sperl aus Oertzen vor Ort, der im Brümmerhof mit den kleinen Gästen Geschenke drechselte - ein Hobby, das er seit seinem Ruhestand genießt.
Auch Sabrina Buhr wartet mit ihren Kindern Lara und Max auf den Drechsler. Als erste darf Lara das alte Handwerk ausprobieren. Konzentriert schaut sie zu, wie der scharfe Meißel Schicht um
Schicht von ihrem Holzstück abschält. Der fertige Kreisel wird natürlich gleich ausprobiert. „Den behalte ich selbst“, meint Lara stolz.
Bruder Max wartet derweil auf seinen Einsatz und träumt nebenbei davon, einen Schneemann zu bauen. Das dürfte an diesem Tag noch möglich gewesen sein, ob im Museum oder zuhause in Hankensbüttel. Familie Buhr ist an diesem Tag zum ersten Mal im Museumsdorf und die Drei haben sich vorgenommen, in der nächsten Saison noch einmal herzukommen.
„Vielleicht wird es dann ja auch ein Kindergeburtstag“, nehmen sie sich vor und stecken mit ihren Plänen Drechsler Johann gleich an. „Ich komme im Sommer wieder und schaue mir die Häuser dann in Ruhe an“, hat er sich vorgenommen.
Hanna Dörkop aus Wittingen war das letzte Mal vor 17 Jahren im Museumsdorf und hat nun die Gelegenheit beim Schopf gepackt, das Kennenlernen des Museums mit ersten Weihnachtseinkäufen zu verbinden. „Es gefällt uns gut hier“, erzählt sie, „Und wenn wir was Schönes finden, nehmen wir es mit.“ Zum Aussuchen war ja auch jede Menge Gelegenheit, ob im Eingangsgebäude, auf dem Marktplatz, unterm Göpeldach oder in den Scheunen und Häusern. Selbst die alte Schmiede leuchtete in festlichem Lichterglanz. Es gab selbstbemaltes Porzellan, Textilien, Kunst- und Gebrauchsstücke aus Papier und Filz, aus Holz und Perlen, aus Moos, Metall und Keramik - einfach eine Riesenbandbreite an Selbstgefertigtem aus der Region.
Marco Werner auf Faßberg punktete mit Perlenschmuck in vielen Variationen. „Wir sind das ganze Jahr über nebenbei am Basteln, gerne abends beim Fernsehen“, erzählt er, „das ist unser Hobby.“ Am Jahresende geht es dann hinaus auf die Märkte der Region - und wenn es klappt, wird mit dem Bastelvergnügen der Winterurlaub finanziert“. Marco Werner ist zum zweiten Mal im Museumsdorf dabei und schätzt besonders das schöne Ambiente. Über Besuchermangel kann er sich an diesem vor-adventlichen Sonntag nicht beklagen, mit etwa 3200 Gästen flanierten zwischen den Marktständen und Buden gut 600 Besucher mehr als im Vorjahr hindurch und stimmten sich auf die Vorweihnachtszeit ein.

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