Donnerstag, 1. September 2016

Köhlerei in Norddeutschland – Geschichte und aktuelle Forschung

Köhlerhütte am Rande der Göhrde.
Vortrag von Dr. Arne Paysen im Museumsdorf Hösseringen
Ein Vortrag über die Geschichte der Köhlerei in Norddeutschland findet am Sonnabend, dem 3. September ab 16 Uhr im Museumsdorf Hösseringen statt. Der Archäologe Dr. Arne Paysen wird über diesen wichtigen und dennoch wenig beachteten Handwerkszweig der Frühen Neuzeit berichten. Köhler waren Außenseiter und galten als schmutzig, ungebildet und kauzig, weshalb man ihre Gegenwart mied. Heute geben alte Köhlerstellen einen faszinierenden Einblick in die Forstgeschichte, lassen so manche Schriftquelle und so manches Waldgesetz in anderem Licht erscheinen und sind weitaus spannender, als man vermuten würde.

Aufschichten eines Meilers im Klosterforst Niebeck.
Köhlerei gab es nicht nur im waldreichen Harz, sondern sie war auch in der Lüneburger Heide weit verbreitet. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts gab es beispielsweise im Klosterforst Niebeck eine Köhlerhütte, ebenso bei Hösseringen und Bad Bevensen. Der Kohlebedarf der Schmieden sowie von Handwerk und Industrie war damals so groß, dass Holzkohle in großen Mengen produziert werden musste. Nicht weit von Ellerndorf wurde noch während des Zweiten Weltkrieges in sechs Erdmeilern Holzkohle für Kraftfahrzeuge der Firma Rheinmetall hergestellt - aus Mangel an Kraftstoff. Inzwischen ist diese alte Arbeitsweise jedoch in Vergessenheit geraten.

Abb. aus: Rolf Hillmer, Köhler in der Lüneburger Heide, Suderburg 1999

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