Dienstag, 7. Juni 2016

„Schwarze Raben“, Nyckelharpa und Froschkonzert

Elftes KlangRauschKonzert brachte volles Haus

Auch die Frösche gaben sich ein Stelldichein an diesem Samstagabend. Wenige Minuten vor Beginn des KlangRausch-Konzertes hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet und nach einem heißem Sommertag prasselten Wassermassen in das kleine Zeltdorf zwischen Ausstellungshalle und Haus Oldendorf nieder.

Aber weder Donner noch nasse Füße konnten die musikbegeisterten Gäste davon abhalten, das nunmehr elfte Konzert des KlangRauschTreffens im Museumsdorf zu besuchen. Wieder einmal war das Haupthaus des Brümmerhofes voll besetzt, trotz Froschkonzert und Roland Kaiser. „Wir spielen heute gegen starke Konkurrenz“, so Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm. „Es ist schön, dass wir mit dieser Veranstaltung so vielfältige Musik ins Museum holen können. Denn auch die Musik ist Teil der Kulturgeschichte.“ So passte es gut, dass der Abend mit einem Stück der „Schwarzen Raben“, einer Musikgruppe, die im die Wende von 19. zum 20. Jahrhundert rund um Suderburg unterwegs war, begann. „Wir präsentieren hier ein Stück lokale Volkskultur“, kündigte Moderator Matthias Branschke, der wie immer charmant und geistreich durch das Programm führte, an.
Hösseringen-Premiere feierte in diesem Jahr Max Brumberg mit seiner gewaltigen Obertonflöte, einer Fujara. „Diese Flöten können bis zu zwei Meter groß sein und wurden früher von Hirten in der Slowakei gespielt“, erläuterte er. „Ursprünglich wurden die jungen Fujara-Spieler auf die Wiesen geschickt, um hörend zu lernen und zu lauschen, was die Natur zu erzählen hat“, so Brumberg. Die Fujara gehört zu den Instrumenten, die sehr selten zu hören sind.

Auch nicht gerade häufig, aber doch etwas handlicher ist die Nyckelharpa, mit der Jürgen und Regina ein lange vergessenes Instrument vorführten. Ganz nebenbei erfuhren ihre Zuhörer, dass die Nyckelharpa eine „Mischung zwischen Klavier und Geige“ und früher überall in Europa bekannt gewesen ist. In den letzten Jahrzehnten hatte sie allerdings nur noch in Schweden überlebt, von wo aus sie derzeit wieder auf dem Vormarsch nach Süden ist.
Ins Staunen brachte Jan Heinke mit seinem Obertongesang. Fasziniert lauschten die Gäste, wie er nur mit seiner Stimme gleichzeitig Schwingungen in hohen und tiefen Tönen erzeugte. Nach dem Konzert war wieder zum Tanzabend auf der großen Diele im Brümmerhof geladen.
Jüngste Musikerin auf der Bühne war Johanna Wendland, die mit ihrer Lehrerin Vivien Zeller eine Polonaise aus einem alten Notenbuch mitgebracht hatte.

Hier eine Kostprobe:


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