Donnerstag, 3. März 2016

Was macht der Riese im Museumsdorf?

Mächtige Berge oder gar Felsvorkommen gibt es in der Lüneburger Heide zwar nicht - aber trotzdem ist unsere Gegend „steinreich“. Und schuld daran sind die Riesen. Drei der großen Gesellen lebten einstmals in der Gegend um Gifhorn, Uelzen und Celle, sie waren so groß wie Bäume und trieben ihren Schabernack mit den Menschen.
Nur den Fuhrleuten halfen sie, denn ihnen taten die Pferde leid, wenn sie sich durch die sandigen Heidewege quälen mussten. Oft kam es vor, dass die Riesen ein Fuhrwerk samt Pferden und Fuhrmann über die Sandschellen trugen, bis eine bessere Wegstrecke erreicht war. Eines Tages beschlossen sie, mitten durch die Heide eine Heerstraße zu bauen, doch es fehlte an Steinen. So machten sie sich auf den Weg in den Norden, wo sie große Stücke von den Bergen brachen und in die Heide brachten. Zwei große Haufen schichteten sie bei Uelzen auf. Als sie nun mit dem Bau beginnen wollten, wurden sie von einem Bienenschwarm überrascht, denn ein fleißiger Imker hatte während ihrer Abwesenheit einen Bienenzaun aufgebaut. Die Tiere flogen eifrig über die lila Heideblüten und so manche fiel den großen Füßen der Riesen zum Opfer. Wütend machten sie sich über die Grobiane her - und diese wussten sich nicht anders zu helfen, als mit ihren Steinen nach den Bienen zu werfen. Sie warfen mit solcher Gewalt, dass manche Steine tief in den Boden sanken und alle Felder von Steinen bedeckt wurden.
So kommt es, dass es die Heidebauern nicht leicht haben. Um den Acker urbar zu machen, müssen zunächst einmal die zahllosen Feldsteine abgesammelt werden. Und trotzdem liegen nach jedem Pflügen neue da. „Sie wachsen aus dem Boden“ heißt es in der Gegend und noch heute liegen an allen Ackerrändern Feldsteinhaufen. Tatsächlich stammen die kleinen Feldsteine ebenso wie die großen Findlinge aus dem Norden. Das Eis der Eiszeiten brachte sie in unsere Gegend und sie werden seit Jahrhunderten vielfältig genutzt. Feldsteinkirchen, Wege und Straßen, Brücken, Hausfundamente und alte Denkmale erzählen davon...


In der Ausstellung "Steinreiche Heide" im Museumsdorf wird gezeigt, wie die Menschen die Steine nutzten. Hier ist das 5.000 Jahre alte Großsteingrab aus Lehmke wiederaufgebaut worden und auch ein Riese hat hier sein Zuhause gefunden.

Ab dem 15. März ist das Museumsdorf wieder geöffnet. Der Riese freut sich auf Besuch!

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