Donnerstag, 15. Mai 2014

Rettungsaktion für Jäger der Nacht

Nein, ein Langohr ist sie definitiv nicht, die kleine braune, pelzige Fledermaus, die wir heute beim Öffnen einer seltener benutzten Seitentür gefunden haben. Gemeinsam mit zwei Artgenossen hatte sie sich in der Türlaibung verkrochen, um den hellen Tag zu verschlafen und wurde dabei von unseren Handwerkern jäh aufgescheucht.
Wegen der Kälte blieben zwei der kleinen Nachtsegler allerdings geradezu phlegmatisch träge, nur die eine zeigte nicht nur ihre großen Flugmembranen, sondern angesichts der ungemütlichen Störung auch Zähne. Und ja, die Eckzähne sind nicht ohne. Also, ich tippe mal auf den Kleinen Abendsegler, aber das wissen die Naturschützer besser.
Wir sind jedenfalls froh, dass es hier im Museumsdorf Fledermäuse gibt, denn es sind hochinteressante Tiere.
 
In einer Langzeitstudie haben Wissenschaftler der Uni Greifswald herausgefunden, dass Fledermäuse in stabilen sozialen Beziehungen leben. Sie leben in Gruppen zusammen und insbesondere die älteren Weibchen (Fledermäuse können bis zu 20 Jahre alt werden) betreiben eine intensive Beziehungspflege zu Großmutter, Mutter und Tochter, aber auch Freundinnen der Familie.
Wie sich die Tiere wiedererkennen, weiß man bislang nicht. Uns werden sie sicher bald vergessen haben - und den Schreck in der Morgenstunde hoffentlich auch. 

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