Dienstag, 6. Mai 2014

Endspurt

Es sind nicht mehr ganz zwei Wochen bis zur Eröffnung unserer Sonderausstellung zum ersten Weltkrieg. Wir haben uns dazu entschlossen, die vielfältigen Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf eine ländlich geprägte Region darzustellen. Im Mittelpunkt stehen die Menschen und ihr Erleben des Kriegsalltags, der durch Trennung und Verlust, Versorgungsnöte und den Einschränkungen der Kriegswirtschaft, aber auch durch eine massive Durchhaltepropaganda geprägt war.
Unsere Mitarbeiter sind derzeit voll und ganz mit  dem Aufbau der Ausstellung beschäftigt. Auch dieser große Ackerwagen mit Rädern aus Militärbeständen, benutzt von dem Landwirt Peter Kruse in Bode, Landkreis Uelzen, gehört dazu. Er wurde um 1918 gebaut oder erworben, Wilhelm Schulze, der Inhaber der Bevenser Maschinenfabrik und des Standardwerkes Hannover berichtet in seinen Lebenserinnerungen:

„Sobald die ersten Truppen zurückgekehrt waren, fanden täglich große Auktionen von Pferden auf den Kasernenhöfen statt. Häufig waren solche Auktionen zu gleicher Zeit an zwei oder mehreren Stellen, um die vielen Pferde schnell abzustoßen. Sie wurden oftmals zu Spottpreisen verkauft. Später stiegen die Preise etwas. Auch ich habe für meinen Bedarf zwei Pferde gekauft. In der Vahrenwalder Heide, ganz in der Nähe des Standardwerks, waren Hunderte, ja Tausende von Militärfahrzeugen aufgefahren, und auch hier wurden täglich Auktionen dieser Fahrzeuge abgehalten. Selbstverständlich wurde auch hierfür nur ganz wenig bezahlt. Sehr gut erhaltene , zum Teil wenig benutzte Infanteriewagen, welche neu M. 1.500.- gekostet haben, wurden für M. 30,- oder M 40,- verkauft“


Der Wagen wurde als eines der ersten Exponate in unsere große Ausstellungshalle transportiert, erst danach begannen wir mit dem Aufbau der Vitrinen. Denn an denen hätten wir den Wagen bestimmt nicht heil vorbei bekommen.

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