Montag, 24. Februar 2014

Sandige Post vom Maulwurf

Wie tief graben Maulwürfe? Auf jeden Fall tiefer als 15 Zentimeter. Den Beweis dafür kann man derzeit bei uns im Museumsdorf in Form von sandgelben Maulwurfshügeln besichtigen. Die hat ein emsiger Geselle auf der Wiese vor dem Haus Oldendorf aufgeworfen, kein Wunder bei den frühlingshaften Temperaturen der letzten Tage. Der kleine Kerl ist vermutlich aus seiner Winterruhe aufgewacht und hat sich umgehend an die Arbeit gemacht. 
Was das mit der Grabetiefe der Maulwürfe zu tun hat? Ganz einfach: Das natürliche Gelände des Museumsdorfes, zu dem auch ein Teil des alten Schootenwaldes gehört, weist nur wenig ebene Flächen auf, zudem durchzieht ein tiefes eiszeitliches Trockental das Gelände.

 
Um ebenen Baugrund zu schaffen, wurde bei der Errichtung des Hauses Eschede ebenso wie beim Haus Oldendorf Sand aufgefüllt. Bei der Gelegenheit wurde übrigens auch der in einer natürlichen Senke liegende Dorfteich angelegt und durch einen kleinen Damm eingefasst.
Für das Haus Eschede haben wir über 200 LKW-Ladungen weißen Sand, der beim Waschen der Zuckerrüben angefallen ist, von der Zuckerfabrik bekommen. Der gelbe Sand unterm Haus Oldendorf stammt vom Schmiedewohnhaus aus Heese, das in den Hang hinein gebaut worden ist. Das dabei angefallene Erdmaterial - weißer Heidesand - diente zur Einebnung des Bauplatzes von Haus Oldendorf. Nach dem Einplanieren wurde darüber eine Schicht von ca. 15 Zentimetern Mutterboden aufgebracht. Doch die Maulwürfe graben eindeutig tiefer und bringen den weißen Sand nach oben.

In Wirklichkeit graben Maulwürfe natürlich noch viel tiefer. Ihre Nester legen sie so um die 50 bis 80 Zentimeter tief unter der Erde an, die Nahrungsgänge und Vorratskammern dagegen liegen dicht unter der Erdoberfläche. Im Winter, wenn das Erdreich gefroren ist, muss der eifrige Geselle allerdings tiefer graben.

Ein eiszeitliches Trockental durchzieht das Gelände des Freilichtmuseums - auch hier war der Maulwurf fleißig. 

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