Freitag, 14. Februar 2014

Neulich zwischen Böddenstedt und Suderburg


...da musste ich mit dem Auto unfreiwillig Halt machen. Aber ich habe es gerne getan. Die große Schafherde aus Suderburg, die dort seit einigen Tagen den Acker beweidet, hatte sich in einem unbemerkten Moment auf den Weg gemacht, um die Gegend zu erkunden. Dass sie dabei die Straße überquerten, war den Schafen wohl ziemlich einerlei. Na ja, halb so schlimm, es handelt sich ja nicht gerade um einen Highway. Der kleine Ausflug ist also gut ausgegangen und kurze Zeit später war die Herde wohlbehalten auf der Ackerfläche zurück.

Heutzutage passiert es eher selten, dass man unterwegs einer Schafherde begegnet. Früher war das anders, da zählten die Heidschnucken zu den wichtigen Lebensgrundlagen der Menschen in der Lüneburger Heide. Kein Wunder, dass die Heideschafställe noch heute ein touristisches Synonym für unsere Gegend sind, obwohl sie mittlerweile fast völlig aus dem Landschaftsbild verschwunden sind.

 
In Suderburg befindet sich noch ein alter Schafstall, der als Außenstelle des Museumsdorfes erhalten bleiben soll. „Außenställe“ lagen außerhalb der Ortslagen und Gehöfte in den großen Heideflächen und nahmen im Sommer nachts die Schafherden auf. Der Suderburger Schafstall stammt aus der Zeit um 1800 und weist altertümliche Baumerkmale auf: So sind die Flügel eines Tores an hölzernen Wendesäulen, die auf einem Findling rotieren, befestigt. Auf diese Weise kam man weitgehend ohne Eisenbeschläge aus. Diese Bauart findet sich auch an mittelalterlichen Bauwerken. Es gibt noch eine weitere bauliche Besonderheit: Die Schwellen, auf denen die Dachsparren direkt aufliegen, wurden mit eingegrabenen hölzernen Pfosten vor dem Verrutschen geschützt – eine Bauweise, die bei höherwertigen Bauten schon vor rund 800 Jahren aufgegeben worden ist.

Übrigens hatte ich gestern noch eine ganz andere Begegnung in Feld und Flur: 

Die beiden machten sich auf dem Acker doch etwas merkwürdig aus, so ganz ohne Wasser unter den Füßen. Trotzdem: Ein schönes Paar!
Wenn sie sich einmal gefunden haben, dann bleiben Schwäne ein Leben lang zusammen.
Die eindrucksvollen Tiere haben seit Jahrhunderten die Phantasie des Menschen beflügelt. Bereits im Althochdeutschen und auch im Mittelhochdeutschen gibt es die Bezeichnung "Swan".

Im Märchen haben Schwäne, wie viele andere Tierarten auch, ihre ganz eigene Charakterisierung: Sie stehen für Schönheit und Eleganz, aber auch für Wehrhaftigkeit.



Da warf die Königstochter die Hemdlein hinauf, die fielen über die Schwäne hin, und kaum waren sie davon berührt, so fiel ihre Schwanenhaut ab, und die sechs Brüder standen leibhaftig vor ihr, nur dem sechsten fehlte der linke Arm, und er hatte dafür einen Schwanenflügel auf dem Rücken. 
Aus "Die sechs Schwäne" von den Brüdern Grimm

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